🗯️ Im Jahr 2024 hatte ich einen sehr schweren ME/CFS-Crash. Mein Alltag war geprägt von Herzrasen, Schwäche, Fatigue, Schmerzen, Sehstörungen, Schwindel, extremer Reizempfindlichkeit, Benommenheit, Krampfanfällen?!, Derealisierung,Pseudo- Halluzinationen sowie starken Panikattacken und Angstzuständen uvm. Jede kleine Belastung führte zu Wahrnehmungsstörungen und psychotisch anmutenden Symptomen.

Aus Angst, möglicherweise eine Psychose entwickelt zu haben, ließ ich mich in eine Klinik einweisen. Zuvor hatte ich mich bei einem Neurologen vorgestellt, der mir ohne genaues Zuhören und Beachtung meiner ausführlichen symptomliste nahelegte, dass ich möglicherweise eine paranoide Störung entwickele und dass ich mich in eine Psychiatrie einweisen lassen solle. Mein körperliches ME/CFS-& POTS Symptombild wurde dabei kaum berücksichtigt.

Im Krankenhaus wurde mir von einem Oberarzt wörtlich gesagt: „Von Long COVID hat man hier keine Ahnung.“ Außerdem wurde mir schnell klar, dass man keine Rücksicht auf meine Belastungsintoleranz und PEM nehmen kann und auch nicht nehmen wird. Ich wurde in einem überbelegten Viererzimmer untergebracht, das eigentlich nur drei Betten hatte und dauerhaft zu viert belegt war.

Während eines weiteren Crashes wurde ich gezwungen aufzustehen und mir mein Essen selbst zu holen, obwohl ich das Tablett nur unter Tränen tragen konnte. Eine Pflegerin fragte mich, ob ich nicht einfach ein bisschen zu viel über Long COVID gelesen hätte oder ob es das wirklich gäbe.

Zusätzlich wurde ich von einer Ärztin belächelt bzw. ausgelacht, als ich nach einer Kochsalz Infusion fragte, weil ich komplett dehydriert war und mein Puls im Sitzen bei über 130 lag. Auch meine Bitte um ein EEG nach einem krampfartigen Anfall mit starker Benommenheit wurde nicht ernst genommen.

Die meiste Zeit lag ich einfach nur im Zimmer, wartete auf eine Diagnose, denn fast alle Therapien fanden in Gruppen statt, an denen ich aufgrund meiner Symptomstärke nicht teilnehmen konnte. Relativ schnell wurde mir signalisiert, dass ich nicht in das übliche Raster passte und dass man mich möglichst schnell entlassen wolle. Ich fühlte mich überreizt, verunsichert und mit meinen komplexen Symptomen völlig unverstanden und crashte nach jedem Kontankt zum Personal. Zudem hatte ich ständig Angst, als depressiv abgestempelt zu werden und aktivierende Vorschläge hören zu müssen, die meinen Zustand verschlimmerten.

Bis heute, fast zwei Jahre später, leide ich unter Flashbacks an diese Klinikzeit. Die Angst, erneut in eine Psychiatrie gehen zu müssen, verfolgt mich fast täglich. Meine gesundheitliche Zustandsverschlechterung hat sich bis heute nicht vollständig zurückgebildet.